Laufmaus Elke

Biel, 17.06.05

Ich war mal wieder in Biel. Es war wie vor zwei Jahren ein unvergeßliches Lauferlebnis obwohl ich zwei Stunden länger unterwegs war.
Ich sage aber trotz aller Strapazen, ich würde es immer wieder tun.
Am Start war ich schon etwas ängstlich, hatte schon im Vorfeld einige Wehwehchen Aber fühlte mich körperlich fit.
Da ich einen Fahrradcoach bei mir hatte, war auch eine gewisse Sicherheit vorhanden.

Wir standen um 21:20 Uhr gemeinsam am Start.Der Himmel war wolkenlos und es versprach eine herrliche Halbmondnacht zu werden.
BeiTemperaturen um ca. 20°C starteten um 21:30 Uhr die Radfahrer, um nach 25km ihre Läufer zu erwarten und diese bis km55 zu begleiten. Dort erfolgte eine erneute Trennung von ca. 10km.
Der Streckenabschnitt ist für Radfahrer und Läufer gemeinsam nur schwer pessierbar.
Um 22:00Uhr fiel dann der langersehnte Startschuß. Von nun an kämpfte jeder für sich allein. Es ging etwa 8km durch Biel, bevor uns die Dunkelheit der Schweizer Berge verschluckte. Man hörte nur noch das Trappeln der Läuferfüße und ab und zu das Läuten der Kuhglocken auf den Wiesen.
Irgendwann stand am Wegesrand ein Schild mit dem Hinweis 20km, komisch, dachte ich, Du bist ja heute wahnsinnig schnell.
Aber es war ein verhängnisvoller Irrtum. das Schild galt nicht uns armen 100km-Läufern.  Es waren auch Marathonläufer auf der Strecke
Die hatten irgendwo schon eine Schleife gedreht und waren uns deshalb 5km voraus.
Ich bemerkte diesen Irrtum erst, als das nächste Schild erneut mit 20km erschien.
Na ja, nach 25km war ich dann nicht mehr allein. Leider stellten sich die ersten Schwächen schon nach 50km ein .
Ich begann zu leiden und hoffte, mit einem Schuhwechsel wird alles besser. So hielt ich gemeinsam mit meinem Fahrradcoach Ausschau nach einem geeigneten Ort, die Schuhe zu wechseln.
Bei km53 fanden wir ein lauschiges Plätzchen, eine offene Garage. Ich wechselte komplett die Kleidung und fühlte mich sofort wie neu geboren
Alles lief viel besser und leichter als zuvor, hi, hi, hi.
Bis km55, letzter Punkt vor der Trennung, war noch alles o.k.
Dann folgte ein unendlicher Leidensweg. 10km allein Wie soll ich das nur überstehen?
Vor zwei Jahren war alles viel leichter. Da bin ich hier noch gelaufen. Und es war noch dunkel, ich brauchte die Taschenlampe. Und heute? Es ist hell, ich bin viiiel langsamer. Meine Psyche ist auf dem Nullpunkt, erste Gedanken an`s Aufgeben machen sich breit. Ich beginne zu wandern, hab keine Lust mehr.
Bin unendlich traurig.
Kann es kaum erwarten, meinen Coach wieder zu treffen. Möchte seine Meinung hören. Vielleicht ist auch er müde und erleichtert mir die Entscheidung. Es ist ja keine Schande, nach mehr als 80km müde zu sein.
Endlich, ich sehe die ersten Radler und hoffe auch bald meinen Coach zu treffen. Er steht natürlich gaaanz weit hinten
Nun geht es gemeinsam weiter. Kein Gedanke mehr an Aufgeben. Wir sind doch hart im Nehmen .
Aber die Kilometer werden immer länger und die Schritte immer kürzer
Irgendwann zwischen km75 und km85 kommen doch die zaghaften Gespräche über eine eventuelle Aufgabe zustande. Meine Beine sind schwer, der Coach ist müde, und irgendwie ist das ja alles verrückt.
Aber ich glaube heute, so richtig wollte das keiner von uns. Ab km90 wurde alles ganz leicht .
Wir entwickelten einen gewissen Galgenhumor und hangelten uns von Kilometer zu Kilometer in Richtung Ziel. Auf dem letzten Kilometer wurde ich dann noch richtig schnell. Ich überholte sogar fast meinen eigenen Coach, der dann richtig zu tun hatte, noch schöne Zielfotos zu machen.
Im Nachhinein kann ich wieder nur sagen, es war ein wunderschöner Lauf, und ich würde es immer wieder tun.
An dieser Stelle auch nochmal ein ganz herzliches DANKESCHÖN an meinen Fahrradcoach Steffen.
Es war mein vierter erfolgreicher 100ter. Das macht mich auch ein wenig stolz. 

Eigene Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!